Das Museumsfest 2026 im Museum für Stadt und Technik Ludwigsfelde
Am 17. Mai 2026, dem Internationalen Museumstag, fand in Ludwigsfelde das jährliche Museumsfest statt.

Auch unser Verein hatte, flankiert von unserem historischen Feuerwehr-Zug, einen Informations-Stand, an dem wir den Besuchern unsere Aktivitäten vorgestellt haben.
Als Rednerpult diente wie immer die Pritsche des W50 L, der 1965 als erstes Serienfahrzeug vom Band lief und nach seiner Restaurierung einen Stammplatz im Museum hat.


Die Sonderausstellung:
„Benzin-Kuh und Gleitboot“ wurde mit Unterstützung unseres Vereins organisiert.
Sie zeigt historische Klein-Fahrzeuge im Eigenbau, die mit den Motoren und anderen Bauteilen der in Ludwigsfelde produzierten Motorroller Pitty, Wiesel, Berlin und Troll angetrieben wurden.
Diese Fahrzeuge dienten meist zur Lösung von Transportaufgaben in den 50er und 60er Jahren und wurden für diese Ausstellung von den Besitzern aus dem ganzen Land ausgeliehen.

Aus Anlaß des Museumsfestes übergab unser Verein die von uns restaurierte Dieselameise DK 2000 an die Museumsleiterin Maria Bartholomäus und den Bürgermeister Andreas Igel.
Wir hatten das Fahrzeug am Vortag zum Museum überführt.
Das war schon eine kleine Sensation für die Passanten in der Stadt: Ein Pritschenfahrzeug mit einem offenen Führerstand, ohne Lenkrad, in dem sich der Fahrer offensichtlich nur an zwei Hebeln festhielt.
Das Lenken mit den Füßen durch Gewichts-Verlagerung erforderte einige Übung – aber unser Jürgen blieb cool und schaffte es locker von unserer Werkstatt bis zum Museum.
Das Einzige, was ihn so überhaupt nicht interessieren mußte, war das 30-er Tempo-Limit in der Stadt.
Die Ameise schafft nämlich grade mal die Hälfte!


Der große Augenblick ist da: Die feierliche Auffahrt der Ameise zum Museums-Portal.
Die Steigung und die Überwindung der Schwelle verlangten Mensch und Maschine noch mal alles ab, denn der notwendige Schwung mußte punktgenau vor dem P3 wieder abgebremst werden - und das alles ohne Knautschzone und Airbag.
Das waren schon harte Burschen, die damals mit solchen Fahrzeugen ihre Brötchen verdienen mußten.
Dann wollten wir dem Publikum auch mal zeigen, wie so eine Ameise fährt, und eine Ehrenrunde auf dem Bahnhofs-Vorplatz drehen.

Der Motor so einer Ameise wird normalerweise mit einer reichlich dimensionierten Kurbel gestartet. Das tun wir uns in unserem Alter natürlich nicht mehr an – es sind ja auch immer genug Leute da zum Anschieben. Auch der Bürgermeister packte mit an – und los ging es, sogar schneller, als die Polizei erlaubt.
Aber anspringen wollte die Ameise auch mit Hilfe solcher Prominenz nicht. Nur die Hinterräder blockierten, trotz reichlicher Ballast-„Masse“.
Da sieht man wieder: Blinder Eifer schadet nur.
Des Rätsels Lösung:
Der Hinterachsantrieb der Ameise erfolgt mit einem Schneckengetriebe, und das ist bekanntlich in der „Gegenrichtung“ selbsthemmend. Die Steigung der Schnecke ermöglicht gerade noch den Antrieb des Motors durch die Achse, aber nur bei geringem Gegen-Moment des Motors.

Darum muß beim Anschieben, bis der Motor läuft, permanent der Dekompressionshebel gedrückt werden. Und der ist auf der rechten Seite am Motor. Der Fahrer kann ihn dort nicht erreichen und hätte auch keine Hand frei, und so muß ein Helfer neben der Ameise her rennen und den Hebel drücken, und zwar akrobatisch im Seitwärts-Gang. Und diesem Mann sind die übereifrigen Helfer einfach mit der Ameise davongelaufen.
Beim zweiten Versuch, nach einer entsprechenden Einweisung, hat´s dann aber geklappt.
Alles in allem ein erfolgreicher Tag.

